"Prinz Kaspian (Narnia)" Review in der Netzeitung

... oder: Wenn man keine Ahnung hat...

Ein Journallieur der Netzeitung hat sich den Film vorgeknöpft, und dabei unter anderem demonstriert, dass man keine Ahnung von der Buchvorlage braucht, um einen Film aufgrund der mangelnden Nähe zum Buch zu kritisieren. Sicher, die Effekthascherei und endlosen Schlachten machen den Narnia-Film lediglich zu einem Verschnitt der Herr der Ringe-Filme.

Dennoch:

Ein ähnlicher Erfolg wie den bisher fünf Kinoversionen von Harry
Potter dürfte dieser Fantasy-Serie kaum vergönnt sein – sogar manche
Schauspieler haben jetzt schon genug. «Ich will nicht denselben
Charakter sieben Mal spielen», sagte Susan-Darstellerin Anna
Popplewell bei der Vorstellung des zweiten Teils.

Das wird ihr auch erspart bleiben: Susan taucht in keinem weiteren Buch der Reihe direkt auf, sie findet lediglich in zwei weiteren Bänden Erwähnung, und kommt in einem weiteren (dazu später mehr) Band als Erwachsene noch einmal vor - eine Rolle, die bereits im vorhergehenden Narnia-Film von einer anderen Schauspielerin besetzt wurde.

Mal sehen wie Regisseur Andrew Adamson diese meistern wird. Jüngere
Schauspieler braucht er sowieso: Chronologisch spielt der zweite Roman
erst nach den später erschienenen Werken «Das Wunder von Narnia» und
«Der Ritt nach Narnia».

Auch das stellt kein Problem dar: Das Wunder von Narnia spielt ca. 40 Jahre vor dem König von Narnia (also dem Film aus dem Jahr 2005), der Ritt nach Narnia ist der besagte Band, in dem Susan (und die anderen Pevensie-Kinder) erwachsen sind.

Und die bemängelte "christliche Symbolik" wurde schon dem Autor der Bücher, C.S. Lewis angekreidet, der sie als "weder beabsichtigt, noch vermeidbar" beschrieb - würde sie fehlen, wären die Filme also noch weiter vom Original entfernt. Man kann es einem Kritiker wohl nicht recht machen.

Wofür der Film kritisiert werden könnte (beim Thema "Zu große Unterschiede zur Buch-Vorlage"), sind die endlosen Schlachten, die im Buch wesentlich moderater beschrieben werden, und im Film etwas sehr exzessiv wirken - aber das war beim letzten Film ja auch schon der Fall.

Patrick Georgi

Patrick Georgi

Von der Stadt aufs Land. Freund des retro computings und des inneren Exils. Die Gedanken sind frei. Dieses Recht findet seine Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze.

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